19.07.2018

Studenten helfen Fechtern Projekt der Handelshochschule mit FCL  Leipzig. Make fencing great again“ (sinngemäß: Das Fechten wieder groß machen). Unter diesem Slogan, der gut klingt, obwohl er an Donald Trump angelehnt ist, haben sich Studierende der HHL Leipzig in einem mehrmonatigen Projekt mit Konzepten und Strategien zur Unterstützung des Fechtclubs Leipzig befasst.  „Durch eine größere öffentliche Wahrnehmung soll das kommerzielle Potenzial des Fechtens gesteigert werden, um finanziell tragfähige Strukturen zu schaffen“, sagt Igor Mastikov, einer der beteiligten Studenten. Mit dem Fechten hatte der passionierte Boxer bisher nichts zu tun. „Das ist kein Problem“, versichert Mastikov. Was das Aufstellen finanziell nachhaltiger Konzepte betrifft, unterscheide sich ein Fechtklub nicht grundlegend von Start-Ups oder anderen Unternehmen. Mastikov sowie seine Kommilitonen Jing Zhu, Andres Cedeno Quiros, Mobin Nybe Eralil und Weijie Wang vom Lehrstuhl für Innovationsmanagement und Entrepreneurship stellten ihre Ergebnisse in der Arena vor.  Der FCL verspricht sich viel von der Kooperation. „Wir müssen uns finanziell und im Marketing besser aufstellen. Dafür kann das Wissen von Leuten mit einer reinen Business-Perspektive sehr hilfreich sein“, sagt der mehrfache Degen-Olympiateilnehmer und Bundesstützpunkt-Trainer Jörg Fiedler (40). Sein Vater Wolfram, selbst HHL-Absolvent, war Hauptinitiator der Zusammenarbeit.  Zu den konkreten Empfehlungen gehört die bessere Vermarktung von Turnieren, die effizientere Strukturierung des betriebswirtschaftlichen Bereichs im Verein sowie die Einführung von Reha-Kursen. Zudem sollen neue Mitglieder, Sponsoren und Partner gewonnen werden. Auf lange Sicht könnten die erhofften Mehreinnahmen dafür genutzt werden, um weitere Übungsleiter einzustellen und besser zu bezahlen. Ein Modellprojekt für andere Sportclubs aus Leipzig und Umgebung? „Die finanziellen und strukturellen Herausforderungen betreffen ja nicht nur uns“, sagt Fiedler. Der FCL hat aktuell 220 Mitglieder, davon 130 Kinder und Jugendliche.  Fiedler will mit seinen FCL-Mitstreitern am Ball bleiben. Möglicherweise kann ein neues Projekt die Umsetzung der Empfehlungen begleiten und überwachen. „Noch fehlen uns die Strukturen und die Expertise, um das alleine zu stemmen.“ Die HHL will eine erneute Zusammenarbeit prüfen und schließt auch Kooperationen mit weiteren Leipziger Vereinen nicht grundlegend aus.  Im Frühjahr besuchten die Studenten übrigens die Arena für ein Probetraining. „Fechten ist ein toller Sport. Ich habe sogar einige Parallelen zum Boxen entdeckt“, sagt Igor Mastikov. Fachwissen und Begeisterungsfähigkeit: eine gute Grundlage, um den FCL in finanzieller Sicht „great“ zu machen. Thomas Fritz